zu der Fragen

Gründe gegen den Glauben



"Skeptizismus ist der Anfang des Glaubens."
(Oscar Wilde)


Es gibt viele Gründe gegen den Glauben. Der wohl gewichtigste liegt, wie Nietzsche feststellt, bei den Christen selbst. Allerdings ist die Idee nicht neu. So liest man schon in der Bibel:

Denn »euretwegen wird Gottes Name gelästert unter den Heiden«, wie geschrieben steht. (Röm 2,24)

Überhaupt geht die Bibel mit all den Glaubensproblemen und Hindernissen meist ehrlicher um, als wir das von solch einem "heiligen Buch" vielleicht erwarten würden. In den Psalmen finden sich Gebete, aus denen nur noch Zweifel, Ärger und Enttäuschung über Gott spricht, Petrus bildet sich viel auf seinen Glauben ein und bekommt es im entscheidenden Moment doch mit der Angst zu tun. Und Jesus betete für Petrus, dass sein Glaube nicht aufhöre.

Viele Gründe gegen den Glauben sind tief verwurzelt und resultieren aus Enttäuschungen und Verletzungen. Andere Gründe dagegen stützen sich auf Missverständnisse. Das fängt an mit angeblichen biblischen Geschichten, die sich geradezu lächerlich anhören. Im alten Testament soll Noah eine Arche bauen um den Tierbestand vor einer Sintflut zu retten:


Selbst als Legende
wirkt so etwas lächerlich.

Das entspricht eher der biblischen Erzählung
(geplanter Nachbau der Arche)

Während von Noahs Arche im Laufe der Zeit gemäß unseren Bildern nur noch eine Nussschale übrig blieb, mutierte z.B. der neutestamentliche Kindermord in Bethlehem zum Völkermord. So wird immer wieder gefragt, warum ein solches Gemetzel keinen Eingang in die römische Geschichtsschreibung gefunden hat:


Der Kindermord zu Bethlehem. Heutige Wissenschaftler gehen von
insgesamt zwischen 6 und 20 Kindern aus.
Dabei wird vergessen: Es ging um Bethlehem und nicht um Rom.

Alle männlichen Babys bis zwei Jahre sollten getötet werden - und die ließen sich in einem Kaff wie dem damaligen Bethlehem fast an einer Hand abzählen. Nehmen wir das Umland von Bethlehem dazu, kommen wir trotzdem auf kaum mehr. Heutige Theologen wie Joseph Knabenbauer oder August Bisping gehen von insgesamt sechs bis zwanzig erschlagenen Kindern aus. Betrachtet man die damalige Kindersterblichkeit, dürften selbst die betroffenen Familien mehr Kinder auf natürliche Weise verloren haben, als durch den Befehl von Herodes, der für weit umfangreichere Massenmorde bekannt war. Auch wenn dieses Ereignis für die Eltern vor Ort natürlich eine entsetzliche Tragödie war, so muss man sich doch fragen, welchen Eindruck so ein Vorfall aus einer fast unbekannten Provinz auf einen römischen Geschichtsschreiber machen muss, der sich regelmäßig im Circus Maximus ansehen konnte, wie Menschen zu seiner Belustigung abgeschlachtet wurden.

Viele solcher Bilder haben sich in unseren Köpfen festgesetzt, wie Joseph und Maria im verschneiten Stall mit dem Jesuskind oder gar Gott mit weißem Rauschebart als der "Gute-Opa-Total-Taub". Man sucht sie in der Bibel natürlich vergeblich. Selbst Bezeichnungen für Gott wie im "Vater unser" rufen in uns Bilder hervor. Eine Frau, die als Kind von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde, wird verständlicherweise Gott wenig Vertrauen entgegenbringen, wenn sie ihn mit "Vater" anspricht.

Wobei wir wieder beim Anfang sind. Die Bilder in unseren Köpfen entsprechen oft nicht der Realität, sie wurden uns von anderen vermittelt oder anerzogen. Wir haben Bilder von Christen vor uns, die keine Vorbilder waren und es entstehen Bilder von einem Gott, der nicht vertrauenswürdig ist. Oft sind solche Bilder Gründe gegen den Glauben. Sie lassen sich aber überwinden, wenn man dem Original begegnet.

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